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Homo Symbolicus — Boris Kriger

Homo Symbolicus

Yayıncı Independently Published
Sayfa 466 sayfa
ISBN 9798191324111
Dil Almanca

Açıklama Almanca dilinde

Im März 1929 stritten zwei deutsche Philosophen in einem Schweizer Bergkurort, der ursprünglich für Tuberkulosekranke erbaut worden war, öffentlich über das Wesen des Menschen. Der eine behauptete, Freiheit sei etwas, das wir langsam und gemeinsam aus Sprache, Kunst, Recht und Mathematik erschaffen. Der andere meinte, Freiheit breche selten und meist im Angesicht des Todes in uns ein. Der erste war höflich, enzyklopädisch gebildet und hatte in fast allem Recht. Der zweite wurde zum einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts und hielt vier Jahre später eine Antrittsrede, in der er das Selbstbewusstsein der deutschen Universität unter ihrer neuen, dynamischen Leitung feierte.Ernst Cassirer verlor. Er verlor, wie vorsichtige Menschen eben verlieren: über Jahrzehnte hinweg, wenig überraschend, in Punkten. Dieses Buch handelt davon, worin er Recht hatte und warum ihm diese Rechtmäßigkeit letztendlich nicht half.Cassirer widmete sein Leben einer einzigen Idee - mit alarmierenden Konsequenzen. Wir begegnen der Welt nie unverfälscht. Erfahrung kommt bereits geformt an, und diese Formen sind keine nachträglich hinzugefügten Verzierungen, sondern die Voraussetzung dafür, dass es überhaupt etwas gibt, worüber man nachdenken kann. Mythen gehören dazu. Ebenso Sprache, Kunst, Religion, Geschichte, Technologie und Mathematik, und keines davon lässt sich auf eines der anderen reduzieren. Er argumentierte, dass der Mensch nicht durch seine Vernunft definiert wird, sondern durch die Lücke, die er zwischen Reiz und Reaktion schafft - eine Lücke, die er mit Symbolen füllt. 1910 behauptete er, unsere Konzepte seien Relationen und keine Dinge, und widerlegte damit stillschweigend zweitausend Jahre alte Vorstellungen von Essenz in einem Buch, das später, weitgehend unreflektiert, von der Soziologie, der Kunstgeschichte und schließlich von den Ingenieuren rezipiert wurde, die Maschinen das Sortieren von Fotografien beibrachten.In seinem letzten Buch, das er kurz vor Kriegsende und mit schwindender Lebenskraft vollendete, argumentierte er, dass ein moderner politischer Mythos weder ein Relikt noch ein Zufall sei. Er sei ein Produkt. Er werde von Technikern nach Plan und Vorgaben hergestellt. Er glaubte, eine Pathologie zu diagnostizieren. Tatsächlich hatte er das erste Betriebshandbuch für eine Branche entworfen, die heute Berufsbezeichnungen, Quartalsziele und Konferenzreihen kennt.Angewendet auf politische Ankündigungen, Leitbilder, kosmologische Schlagzeilen und den Begriff „datengestützt", sind die Ergebnisse nicht beruhigend. Amüsant sind sie allerdings.Schlüsselwörter: Cassirer, symbolische Formen, Kulturphilosophie, Mythos, Heidegger, Bedeutung, Erkenntnis.

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