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Abschied leben
Abschied ist immer.
Abschied ist der Ort im Jetzt.
Wir verabschieden uns an Haustüren, auf Bahnhöfen, im eigenen Kopf, verabschieden uns von Menschen, die sterben, von Geliebten, die weiterziehen, von Kindern, die erwachsen werden. Von Wohnungen, Städten, Jobs. Aber auch von Meinungen und Prägungen, von früheren Ichs, von der Friedens- wie der Demokratiegewissheit. Abschiede sind Kummer oder auch Lust. Sind Schmerz und Mut. Wege und Irrwege. Abschied heißt nicht nur Beraubung und Trauer, sondern auch Verwandlung, Aufbruch, Abenteuer. Abschiede sind auch Wege in die Freiheit der Ungewissheit.
In ihrem Tagebuch erzählt Gabriele von Arnim ein Jahr lang über Abschiede, Träume, Gegenwartsängste und über unentbehrliche Lebensfreude, durchläuft sie das Labyrinth ihres Wollens und Hoffens bis hin zum unentrinnbar letzten Abschied, ahnt den Schrecken der Endgültigkeit. Manchmal übe ich sterben, schreibt sie.
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