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Der Komet
In den »Spaß-Mysterien« seines letzten großen Romans hat die Erzählkunst Jean Pauls ihren Zenit erreicht. Auf höchst eigenwillige Weise mischen sich überbordende Phantasie und psychologischer Scharfblick, verspielter Witz und beißende Satire. Der Apothekersohn Nikolaus Marggraf, eigentlich illegitimer Spross eines Fürsten, ist der Held von Jean Pauls »rein-komischem Pantheon«. Bei alchimistischen Versuchen entdeckt Nikolaus die Kunst, Diamanten herzustellen. Über Nacht zu Reichtum gelangt, macht er sich auf die Suche nach seinem wahren Vater. Doch seine träumerische Naivität lässt die Reise zu einer närrischen Odyssee geraten. In der witzig-bizarren Realitätsferne des Anti-Helden wird - ähnlich wie in Cervantes' »Don Quijote« - der Welt ein Zerrspiegel vorgehalten. Den Klassikern galt Jean Paul, der vom Publikum geliebte Einzelgänger aus der Provinz, ein wenig als Sonderling. Goethe seufzte über sein »wunderliches Wesen«, Schiller erschien er gar »fremd wie einer, der aus dem Mond gefallen ist«. Heute wirkt das unbekümmerte Nebeneinander von Unvereinbarem in Jean Pauls literarischem Kosmos hoch modern. Die sprachliche Originalität und gedankliche Experimentierfreude, mit der er die menschliche Selbsttäuschung entlarvt, weist weit über seine Epoche hinaus und macht den Autor zu einem der wenigen großen Humoristen der deutschen Literatur.
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