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Ein Doppelgänger
Bei einem Besuch in Jena erzählt die Frau des Oberförsters dem Icherzähler, dass sie zwei sehr widersprüchliche Erinnerungen an ihren Vater hat. Einerseits als liebevollen Vater, der sich fürsorglich um das Wohl seiner Tochter kümmert, andererseits hat sie für die ersten drei Jahre ihrer Kindheit das Zerrbild eines unbeherrschten und aufbrausenden Menschen, der Frau und Kind im Zorn schlägt und es gleich anschließend wieder bereut.
Von dieser zwiespältigen Natur des Vaters handelt der „Doppelgänger“. Nachdem er aufgrund einer Jugendsünde sechs Jahre Zuchthaus abbüßen musste, gelingt es dem eigentlich lebenstüchtigen Vater nicht mehr, als ehrenwerter Bürger in der Gesellschaft Fuß zu fassen und ehrliche Arbeit zu finden.
Diese Novelle, in der Storm erstmals Themen wie Resozialisierung von Strafgefangenen und das Recht auf Arbeit vorausgriff, führte in Husum zur Gründung der „Storm-Stiftung zum Wohle der Arbeiter“, die bis zum Ersten Weltkrieg bestand.
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