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Medea
Michael Herrschel schlüsselt die archaischen Sprachbilder auf und zeigt Medea als Stachel im Fleisch ihrer Umwelt. Schonungslos entlarvt sie Jasons Larmoyanz und Selbstgerechtig-keit. Zu den stoischen Beschwichtigungen ihrer Amme schüttelt sie den Kopf. Sie wehrt sich gegen die kalte Staatsräson von König Kreon, der den Tonfall fremdenfeindlicher Sprech-chöre von der Straße aufgreift und Medea als »Pestgeschwür« denunziert.
»Medea. Nach Seneca« ist eine aufwühlende Parabel über Gewalt. Und eine bewusst provo-kative Fantasie über Gegengewalt im Kontext einer mörderischen »Helden«-Welt.
»Unterdrücke die Ängste der Frau
und gib deinen Gedanken
die menschenfeindliche
Härte des Kaukasus.«
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