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Morels Erfindung
Etwas Merkwürdiges liegt über dieser Insel. Der Mann, der hier Zuflucht vor der Justiz gefunden hat, glaubt sich zunächst allein in dieser von Überschwemmungen heimgesuchten Einöde. Auf seinen Streifzügen findet er ein Schwimmbecken, eine Kapelle, ein Museum, überzogen vom Geruch der Verlassenheit. In den Kellerräumen des Museums aber stößt er auf riesige funktionsfähige Maschinen, deren Zweck er sich nicht erklären kann. Er hat keine Zeit, sich darüber zu wundern: Unversehens ist seine Insel voller Menschen. Wie sind sie unbemerkt hierhergekommen? Sind es seine Verfolger, die ihm auf der Spur sind? Er versteckt sich vor ihnen, auch vor der etwas zigeunerhaft schönen Frau, die Ab für Ab bei den Klippen auf das Meer schaut.
Als er sieht, daß sich die Neuankömmlinge nicht für ihn interessieren, auch nicht ihr Anführer, ein Mann mit Namen Morel, nähert er sich schließlich der schönen Faustine und offenbart ihr seine Liebe. Sie aber schaut durch ihn hindurch.
Atemlos, gekränkt, beunruhigt schreibt er Tagebuch auf einzelne Blätter. Erst als er Morel bei einer Unterredung belauscht, dämmert ihm das Geheimnis der Insel und ihrer seltsam ungerührten Bewohner. Die Erkenntnis ist von Grund auf unheimlich: Morels Erfindung hat das Verhältnis von gelebter Wirklichkeit und Gegenwart in der Virtualität neu definiert. Um Faustine zu erreichen, faßt er einen Entschluß ...
Der Klassiker von 1940 ist nun zu lesen in der Neuübersetzung von Gisbert Haefs und mit einem Nachwort von Rene Strien.
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