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Rosa, Mutter der Flüsse
Am 1. Juni 1904 ertrinkt der kleine Wilhelm Töhn durch fremde Hand in der Donau bei Wien. Annahme: Eine Kamera hat genau an diesem Tag die Welt gefilmt wie sie ist, andernorts. Als Franklin Leimonios mit diesem Film auf einem Dachboden, auf dem er ihn findet, konfrontiert wird, gerät er in die Ereignisse hinein und geht der Spur der "Ungerechtigkeit des 1. Juni" nach.
Wilhelm ruht, so heißt es in der Grabinschrift auf einem Friedhof für die Ertrunkenen des Stromes. Doch was bedeutet das für die Welt, dass Wilhelm ruht? Wo war damals in der Stunde der Anspülung Wilhelms an die Donausandbank von Albern der Papst?
So frägt sich Franklin Leimonios und geht der Lichtspur nach, die der Film gezeichnet hat:
"Wo weilte gerade der Heilige Vater in der einen Weltminute, als die Wasserschreie Wilhelms durch das in seinen zerspaltenen Mund einströmende Donauwasser erstickt wurden?"
„Wissen Sie, Herr Menschikow“, so Leimonios, „ein Film stellt mit seinen Lichtgrenzen unsere eigenen Grenzen dar. Wenn einer glaubt, er könne an diesen Lichtgrenzen, an denen das Seelische anfängt, so sicher atmen wie andernorts, befindet er sich im Irrtum.“
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