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Roulette Khmer — Carl Isangard

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Roulette Khmer

Verlag indayi Edition
Jahr 2019
Seiten 400 Seiten
ISBN 9783947003464
Sprache Deutsch
Kategorie Roman

Die Kambodschanerin Shanra hat in den 1970er Jahren auf unsagbar tragische Weise unter der zerstörerischen Tyrannei der barbarischen Roten Khmer ihre Eltern und ihren Onkel verloren. Heute verdient sich Shanra ihren Lebensunterhalt als Prostituierte und wohnt zusammen mit ihrem Bruder Sarun in einem heruntergekommenen Mietshaus mitten in der Stadt von Phnom Penh. Ihre Schwester Rhot ist bereits vor einigen Jahren qualvoll an Aids verstorben, nachdem sie von mehreren Blauhelmsoldaten vergewaltigt worden war. Immer wieder träumt Shanra von einem himmlischen Dasein als Apsaratänzerin in den heiligen Tempeln von Angkor Wat. Ihr seit der Kindheit sehnlichster Wunsch hat sich leider nie erfüllt. Die Träume von Shanra werden jedoch auch von Geistern beherrscht. Es sind ehemalige Opfer des Völkermordes der Khmer Rouge, darunter auch Ahnen aus ihrer Familie; rastlose, rachsüchtige Seelen aus dem düsteren Reich des Jenseits, die sie und auch ihren Bruder in den Träumen jeweils heimsuchen. Doch die wahren bösen Geister wandeln immer noch auf Erden; Barangs - Ausländer. Und diese werden in dem südostasiatischen verlorenen Paradies alle zu Verlierern, früher oder später, sofern sie es nicht schon sind: der Franzose Henri; die beiden Italiener Fabio und Pietro; der Deutsche Gerhard; der Bulgare Victor. Die meisten Westler, die ihre Wege kreuzen, verkörpern in Shanras Augen sexbesessene, perverse Parasiten und die nur darauf aus sind, ihre Heimat noch hemmungsloser auszubeuten und mit noch mehr Aids zu verseuchen als zuvor, wobei sie schon längst erkannt hat, dass auch die Welt der Fremden beherrscht wird von grenzenloser Gier, Verblendung und Verderbnis. In einem Hotel in Sihanoukville geraten Henri und Fabio in einen heftigen Streit. Unmittelbar danach wird Fabio am Strand von einer Feuerqualle verätzt. Auf dem Rückweg im Taxi nach Phnom Penh trifft Fabio ganz erfreut auf einen Landsmann namens Pietro. Aber die Freude währt nicht lange, denn Pietro entpuppt sich als ein berechnender und rücksichtsloser Geselle. Nachdem Henri mit seinen Positionen an der Edelmetallbörse im Goldmarkt einen Verlust eingefahren hat, lässt er sich am Telefon von dem betrügerischen bulgarischen Broker Victor dazu überreden, nochmals Geld nachzuschießen, um weitere Kontrakte zu kaufen. Während Shanra auf dem Balkon ihres Mietshauses beim Betrachten eines Sonnenuntergangs ihre schreckliche Vergangenheit Revue passieren lässt, stürzt sich Pietro ins Nachtleben. In einem Karaoke Lokal schleppt er eine junge kambodschanische Dirne ab. In seinem Hotelzimmer misshandelt er sie sexuell, bezahlt sie nicht und wirft sie anschließend hinaus. Am anderen Morgen erhält er unerwarteten Besuch von dem Mädchen und ihren zwei Brüdern, die ihn gnadenlos in die Mangel nehmen, ihm eine Lektion erteilen, die er nie mehr in seinem Leben vergessen wird ... Am nächsten Morgen stiehlt Shanra dreitausend Dollar aus dem Koffer ihres schlafenden französischen Freiers Henri. Und Letzterer gerät gleich am Tag darauf in die Fänge einer philippinischen Gangsterbande. Henri hat infolge des bedrohlichen und extrem schmerzhaften Zwischenspiels mit den skrupellosen Philippinos einen weiteren finanziellen Verlust erlitten; mehrere Tausend Dollar sind ihm mittels brachialer Gewalt abgeknöpft worden. Zu seinem Glück ist er wenigstens noch mit seinem Leben davongekommen. Nach diesem Albtraum möchte er sich erst mal in Vietnam bei einer einheimischen Bekannten erholen. In einem Touristenboot, das sich auf den Stromschnellen des mächtigen Mekongs in Richtung des Nachbarlandes nähert, begegnet er ausgerechnet seinem Broker Victor. Nur gibt sich Letzterer nicht zu erkennen. Tage später hält sich Shanra mit ihrem neuen Freier Gerhard im Tuol Sleng Museum auf. Es ist der erste und zugleich der letzte Besuch in ihrem Leben in diesem einstigen Foltercamp der Roten Khmer. Sie macht dort nämlich eine grauenhafte Entdeckung im Zusammenhang mit der Tragödie ihrer Familienmitglieder, welche zu den nahezu zwei Millionen von ermordeten Einwohnern Kambodschas des Genozids zählten: Mit eisernem Schrecken erkennt sie auf einem der zahlreichen Gefangenenfotos ihren Onkel. Seine Endstation: Killing Fields. Victor, der inzwischen wieder aus Vietnam zurück ist, wird seine ausgeprägte pädophile Veranlagung zum Verhängnis: Er ist von Shanra in eine Falle gelockt worden. Sie hat ihn entlarvt als einer der damaligen Vergewaltiger ihrer Schwester, denn Shanra hat ihn bereits vorher in einem Pub an seinem Bullen Tattoo erkannt. Zusammen mit Victor sind die sieben Sühneopfer endlich erbracht, welche schon vor langer Zeit gefordert worden sind von den ruhelosen Geistern der Ahnen Shanras sowie von der rachsüchtigen Seele Rhots, ihrer verstorbenen Schwester. Die unerbittlich verübte Vergeltung bedeutet, dass die Albträume der beiden Geschwister Shanra und Sarun von nun an ein Ende haben werden. Außer ihrem Bruder ist niemand eingeweiht in diesen grausamen aber nicht weniger gerechten Plan der kambodschanischen Rachegöttin, nicht einmal Chou, ihre einzige Freundin. Unterdessen sitzt Victor schwer verletzt in seinem stockdunklen Verlies, das sich im Mietshaus von Shanra befindet. Die sechs Kammern des Revolvers, der ihm Shanra noch vorhin vor seine Füße geworfen hat, sind zu seinem Leidwesen alle leer. Somit ist dem Bulgaren nicht mal ein gnädiger Freitod vergönnt. Das heißt für ihn: kein russisches, sondern kambodschanisches Roulette. Die volle Kammer befindet sich außerhalb der Revolvertrommel. ... und Victor selbst steckt jetzt mittendrin in dieser vollen Kammer, aus der es kein Entrinnen mehr gibt. Den Abzug werden die hier umherwuselnden riesigen Ratten betätigen. Der Vorhang im letzten Akt dieses makabren kambodschanischen Kammerspiels ist gefallen. Und der Rest wird Schweigen sein ... In der kommenden Nacht wird das Geschwisterpaar das erste Mal ohne böse Träume schlafen. Und in den Sänften von Shanras Träumen werden von nun an nur noch die wunderschönen, geheimnisvollen Apsaratänzerinnen aus den Tempeln von Angkor Wat ihren wohlverdienten Platz einnehmen. 9.) Lokalitäten & Zeiten des Geschehens: Schauplatz im Prolog ist ein Dorflager der Roten Khmer in der Provinz Prey Weng im demokratischen Kampuchea. Juni 1977. Die Schauplätze in beiden Teilen des Romans sind: Sihanoukville, Phnom Penh, Provinz Kampong Speu, Mekong Delta (Kambodscha/Vietnam), Châu Dôc (Vietnam). Frühling 2013.

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