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Schlimme Finger
„Nehmt also zur Kenntnis, dass Männer wie Benvenuto,
die in ihrem Beruf einzigartig sind, nicht dem Gesetz
unterworfen sein müssen.“
Papst Paul III. über Benvenuto Cellini
Veit Stoß fälschte Urkunden, um an sein Geld zu
kommen. Carlo Gesualdo, der Komponist frommer
Motetten, schlachtete seine Frau und ihren Geliebten
ab. Karl May saß über acht Jahre im Gefängnis
wegen Amtsanmaßung, Betrugs, Diebstahls. Und
der Karikaturist Arno Funke alias Dagobert entwarf
kunstvolle Übergabeapparate für erpresstes Geld.
Schlimme Finger stellt in gut zwanzig Kapiteln eine
Fülle überraschender Gesetzesbrüche vor, die von
Malern, Komponisten, Autoren, Musikern verübt
wurden. In allen Fällen erweist sich die seit der
Renaissance geläufige These, der Schritt vom Genie
zum Verbrecher sei klein, als reizvolles, haltloses,
aber erzählerisch höchst produktives Klischee, das
unser Bild vom Künstlerdasein bis heute beeinflusst.
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