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So nah, so fern
Das ist eine Geschichte, in der keine Geschichte erzählt wird. Alles, was geschah, geschah vorher. Da hat einer alles hinter sich gelassen, sitzt da und denkt vor sich hin. Das ist, kurz gesagt, alles. Das Buch ist ein Briefroman, aber eigentlich sind das keine Briefe, die geschrieben werden. Da philosophiert einer über das Leben nach, begründet aber keine neuen Philosophien. Er fragt und fragt, findet aber keine Antworten. Am Ende, da fragt er nicht einmal mehr. Er entwickelt - aus Übermut und reiner Freude an der Fantasie - aberwitzige Theorien, die von vornherein nicht erst gemeint sind, die er aber ganz ernst weiterspinnt, bei allem Witz. Im übrigen ist es, bei all diesem Witz, ein ernstes Buch. Todernst. Andererseits ist es bei allem Ernst ebenso ein heiteres Buch. Heiter wie das Leben. Ja, heiter wie das Leben, weil das Leben trotz aller Widrigkeiten gelegentlich heiter ist. Ein wenig verrückt ist das Buch. Nein, wohl eher der Autor, weil er es niedergeschrieben hat, mit viel Mühe niedergeschrieben hat, obwohl er dem Leser - selbst nach reiflicher Überlegung - keinen guten Grund nennen kann, warum er es lesen sollte. Ob es ein gutes Buch ist? Das darf man ihn nicht fragen. Woher soll er das wissen? Liebt nicht ein Vater auch seine missratenen Kinder? Die Welt da draußen aber geht meist kritischer um mit den Kindern anderer Leute. Und so tut sie es mit den Büchern anderer Leute. Dennoch ist der Autor davon überzeugt, dass es der beste Roman ist, den er je geschrieben hat. Aber was will das heißen? Es ist sein erster Roman.
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